Valerie und Valera

Merano, per favore!

Als es geheißen hat, dass wir nach Meran in Südtirol zum Hoteltest fahren werden, fiel mir zuerst gleich mal das ein:

Ein harter Kampf hat dich entzwei geschlagen,

von dir gerissen wurde Südtirol.

Die Dolomiten grüßen dich von Ferne,

in roter Glut zum letzten Lebewohl.

Diese Strophe stammt aus dem Marsch „Dem Land Tirol die Treue„, den wir bei jedem Auftritt mit meinem Musikverein mindestens einmal singenderweise zum Besten geben. Wenn ich ein bisschen weiter denke, dann fällt mir ein, dass ich mal eine Studienkollegin aus Südtirol hatte. Und zu guter Letzt denk ich an den Südtiroler Platz in Wien – wobei dieser vom Aussehen her niemals der nördlichsten Provinz Italiens das Wasser reichen kann.

Apropos Wasser: normalerweise haben wir auf unseren Reisen immer perfektes Wetter mit Sonnenschein und allem Bi-Ba-Bo. Dieses Mal hat uns leider beinahe Dauerregen bei unserem Aufenthalt in Meran Gesellschaft geleistet. Diesem Umstand ist dann leider ein touristischer Fixpunkt auch zum Opfer gefallen: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff mussten auf unseren Besuch verzichten. Interessiert hätte es mich in jedem Fall, war doch unsere liebe Kaiserin Sissi der Kur wegen dort.

Ein charmanter Ort

Meran ist ein Kurort. Das merkt man gleich bei der Anreise. Es wirkt trotz der knapp 40.000 Einwohner etwas verschlafen. Vor allem unsere Unterkunft das Hotel Westend versprüht schon bei der Ankunft den geheimnisvollen Charme vergangener Tage und bestätigt den anfänglichen Eindruck irgendwie. Aber es ist doch Liebe auf den ersten Blick: das Westend ist eine bezaubernde Villa im Jugendstil, erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Und was außen schon sehr vielversprechend begonnen hatte, fand im Inneren seine Fortsetzung. Dunkler Teppichboden, alte Möbel, vergilbte Schwarzweiß-Fotografien …. 

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Ein Traum! Und für mich als alte Flohmarkttante sowieso. 🙂

Highlight der gesamten Woche waren sicherlich die Labungen im hauseigenen Speisesalon. Und ja, Speisesalon ist im Grunde eine Untertreibung. Es gab stets ein Fünf-Gänge-Menü, Stoffservietten, Tafelsilber, Blümchen am Tisch und sehr nettes Servicepersonal, die sich aufmerksam um jegliche Wünsche gekümmert haben. Und dann war ja da auch noch Herr Strohmer, der Hotelbesitzer. Eine sympathische und amüsante Erscheinung mit einem Hang zu Slapstick-Einlagen und Standup-Comedy während des Abendessens. Gelacht haben wir jedenfalls zur Genüge.

Klein, aber fein!

Aber nun weg vom Hotel hin zu Meran. Das Westend liegt direkt an der Passerpromenade und der zehnminütige Weg ins Zentrum wird stets von Wasserrauschen begleitet.

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So verschlafen Meran bei der Anreise auch wirkte, im Zentrum tummelten sich dann doch sehr viele Menschen. Und es sind nicht nur Kurgäste. Auch viele Familien mit Kleinkindern bevölkern die Promenade. Trotz des bescheidenen Wetters. Die Stadt selbst ist sehr sehenswert. Viel tolle Architektur aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert, zahlreiche Cafés mit Gastgärten und dann gab es da einen wunderbaren Ort, der gerade bei dem hartnäckigen Regenschauern sich als recht praktisch erwies. Altstadt.

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Die Laubengasse in der Meraner Altstadt stellte sich als wahres Shoppingparadies heraus. In den Lauben findet man alles was das Herz begehrt. Viele Klamotten natürlich, aber auch Keksausstecher, Dekosachen uvm. Unter den zahlreichen kleinen Shops habe ich dann auch einen gefunden, der handgemachten Schmuck aus Perlen in allen möglichen Varianten verkauft. Und ja, ich habe dort gleich kräftig zugeschlagen! 😉 Ursprünglich hatte ich ja nicht vor meine wertvolle Urlaubszeit damit zu füllen, aber dann habe ich mein Faible für Benetton wiederentdeckt und endlich den richtigen Übergangsmantel im 50er-Jahre-Stil entdeckt. 

Bei Coco und Ella

Ein Frisörbesuch musste dann auch sein. Kurze Haare sind ja sehr praktisch, allerdings wird es ein Graus, wenn der letzte Haarschnitt beinah zur Gänze rausgewachsen ist. Also ein Friseur musste her. Davon gibt es in Meran mehr als genug. Ich bin dann auf gut Glück in den nächsten Friseurladen mit dem vielversprechenden Namen „Hairstyler Coco„. Und tatsächlich habe ich dort mit der sehr geschickten Ella gleich einen Volltreffer gelandet. Und auch in Meran höre ich von der Friseurin, dass sie normalerweise eher Männer schneidet. Tatsächlich ist das aber offenbar der Garant für einen erfolgreichen Friseurbesuch. Die Haarschnitt war jedenfalls war echt knorke! 🙂 (Und keine Ahnung, warum ich mir auf dem Foto den Schal vors Gesicht gehalten habe. An den Umgebungsgerüchen kann es jedenfalls nicht gelegen haben – an der Geschichte mit dem Luftkurort ist nämlich definitiv was dran!)

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Glücklicherweise ließ das Wetter wenigstens einen Besuch von Dorf Tirol zu. Den Weg hinauf absolvierten wir mit einem Einer-Sessellift.

Blick über die Schulter #meran #sessellift #schlosstirol #hotelwestend #picoftheday #instamoment

Ein von @valerie_und_valera gepostetes Foto am

War recht spaßig, aber ohne Schischuhe samt Schi dann doch irgendwie komisch. Vor allem habe ich mich kurz gefragt, wie das denn mit dem Aussteigen funktionieren soll, wenn ich statt fahren laufen soll. Aber jeder Gedanke darüber war unbegründet, denn ein netter Liftwart hilft nicht nur älteren, sondern auch jüngeren Damen galant beim Aussteigen. Ein paar fototechnische Eindrücke findet ihr auf off the record.

Und zu guter Letzt: Alle Bilder zur gesamten Reise (vorher ging es noch auf einen Abstecher nach München) gibt es hier.

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